Die Geschichte der Linden-Apotheke

 

Hardt um 1906Die Linden-Apotheke in Hardt blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurückreicht.

Bis 1913 musste sich die Hardter Bevölkerung ihre Arzneimittel in den umliegenden Orten Waldhausen, Rheindahlen, Dülken oder Burgwaldniel besorgen. Bereits 1908 ordnete der Regierungspräsident in Düsseldorf die Prüfung einer möglichen Apothekenerrichtung in Hardt an. In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts hatte sich in Hardt auch bereits der erste Arzt, Dr. Bartolemé, niedergelassen.

  Das jetztige Apothekengebäude vor 1920 Mit Unterstützung des Landrates, des Kreisarztes und gegen (!) die Empfehlung der zuständigen Apothekerkammer (damals noch in Elberfeld) setzte sich vor allem die Handwerksmeister-Gesellschaft von Hardt für die Errichtung einer Apotheke in Hardt ein. Im Jahr 1911 gab der Ober-Präsident der Rheinprovinz in Koblenz zunächst die Zustimmung, eine Zweig-Apotheke entweder von Waldhausen oder Burgwaldniel zu gründen.Vor allem Bedenken, ob eine eigenständige Apotheke in Hardt überhaupt lebensfähig sei, gaben hierzu den Ausschlag.

Aber bereits im Februar 1911 änderte der Ober-Präsident seine Meinung und gab die Erlaubnis zur Errichtung einer eigenständigen Apotheke. Nach den zu jener Zeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen wurde die "Konzession" ausgeschrieben. Aus den 30 Apothekern, die sich um die Konzession bewarben, wählte der Regierungspräsident in Düsseldorf den Apotheker Paul Wilhelm Lambertz aus.

Apotheker Lambertz wurde 1871 in Wassenberg geboren. Nach erfolgter Lehre und dem Studium der Pharmazie in Würzburg machte er 1896 sein Staatsexamen. Daran schloss sich eine 1-jährige Militärzeit im Garnisonslazarett Koblenz-Ehrenbreitstein an. Er arbeitete dann mehrere Jahre als "Gehilfe" und Verwalter in verschiedenen Apotheken. Am 12.09.1912 wurde Apotheker Lambertz die Konzession zur Errichtung einer Apotheke in Hardt erteilt. Im Obtober 1912 erwarb Apotheker Lambertz dann das Haus Gladbacher Strasse 181 (heute Vorster Strasse 536) in Hardt vom Landwirt Peter Josef Albertz und baute das Wohnhaus und die anschließenden Stallungen zu einer Apotheke um. Während des Winters trat jedoch harter Frost ein, so dass die Umbauarbeiten erst im April 1913 beendet werden konnten.

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Am 24.04.1913 fand dann die Eröffnungsbesichtigung durch den Regierungspräsidenten statt. Am 26.04.913 wurde dann schließlich die Erlaubnis zur Eröffnung der Apotheke erteilt. Die Apotheke hieß damals "Apotheke in Hardt". 1924 gab Apotheker Lambertz seine Konzession mit Wirkung zum 1.1.1925 an den Staat zurück.

Das Apothekengebäude 1929Bei der nun wieder durchgeführten Ausschreibung ging der Zuschlag an Apotheker Georg Iwan. Er wurde 1870 in Nieder-Ullersdorf geboren. Nach einer Anstellung in Oels/Schlesien leistete Apotheker Iwan seinen einjährigen Militärdienst ab und wurde am 30.09.1898 zum Unterapotheker der Reserve ernannt. Hiernach arbeitete Iwan in mehreren Apotheken. Iwan übernahm die Apotheke von Lambertz am 15.02.1925 und erhielt hiernach auch die Konzession durch den Ober-Präsidenten der Rheinprovinz in Koblenz. 1931 übernahm Iwan dann eine Apotheke in Sterkrade.

 

Apotheker Gottfried MenkeZunächst fürchtete die Hardter Bevölkerung um den Weiterbestand der Apotheke. Daher machte die Verwaltung der Stadt Gladbach-Rheydt (wie Mönchengladbach damals noch hieß) eine Eingabe beim Regierungspräsidenten und begründete die Notwendigkeit einer Apotheke in Hardt nochmals. Nach den üblichen Ausschreibungen erhielt Apotheker Gottfried Menke, geboren am 24.07.1878, die Apothekenkonzession im November 1931.

Im Jahre 1949 beantragte Menke die Umbenennung seiner Apotheke in "Linden-Apotheke", was ihm dann am 1.9.1949 gestattet wurde. Aus gesundheitlichen Gründen ließ Apotheker Menke die Linden-Apotheke ab dem 1.1.1952 dann von Apothekerin Roswitha Knoff verwalten.


Die Linden-Apotheke 1957Mit 31 Jahren übernahm Frau Knoff die Verwaltung, die zum 1.1.1953 in eine Pacht umgewandelt wurde. Nun leitete sie die Geschicke der Linden-Apotheke bis zum 31.12.1957. Apotheker Menke war mittlerweile verstorben und die Konzession auf Apothekerin Knoff als Nutznießerin übergegangen.

Zum 1.1.1958 pachtete Apotheker Joachim Schellenberger die Linden-Apotheke. Im gleichen Jahr löste das Bundesverfassungsgericht das Konzessionssystem in Deutschland auf und begründete damit das Prinzip der Niederlassungsfreiheit. Anschließend wurde nun Apotheker Schellenberger Inhaber der Apotheke.

 


Die Linden-Apotheke nach 1968In den 60er Jahren führte Apotheker Schellenberger den ersten großen Apothekenumbau durch (Einbau einer Heizung, Anpassung der Schaufensteranlage an die Bedürfnisse der Zeit, Einbau einer neuen Ladeneinrichtung). Apotheker Schellenberger leitete die Geschicke der Linden-Apotheke für insgesamt 35 Jahre.

Zum 1.1.1993 erwarb dann Apotheker Norbert Ernst die Linden-Apotheke von Apotheker Schellenberger. Nach seinem Staatsexamen im November 1983 und Ableistung des Grundwehrdienstes in der Apotheke des Bundeswehrkrankenhauses Bad Zwischenahn erwarb Apotheker Ernst Erfahrung während seiner Tätigkeit als Mitarbeiter von Herrn Schellenberger.

Die Apothgeke im Sommer 1987Die Jahre ab 1990 standen für Apotheker Ernst im Zeichen permanenter Veränderungen. Die gesamte Apotheke wurde völlig umgestaltet und den Anforderungen der heutigen Zeit angepasst. In mehreren Bauabschnitten entstanden so moderne Apothekenräume, in denen es nicht nur den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Spaß macht zu arbeiten, sondern auch die Kunden haben die Veränderungen positiv aufgenommen. So steht nun den Kunden ein engagiertes Team zur Verfügung und gewährleistet immer einen der modernen Arznei- und Hilfsmittelversorgung entsprechenden Standard.